Aktuelles aus dem Kreisverband

Aus den Gemeinschaften: Retter im Dauereinsatz

Erst seit wenigen Wochen gibt es die Helfer vor Ort auch in Kulmbach. Über mangelnde Arbeit können sich die Rotkreuzler nicht beschweren, denn gerade an den Feiertagen haben sie jede Menge zu tun.

Sie hoffen auf einen ruhigen Silvesterabend, doch für jeden Notfall stehen die Helfer vor Ort bereit. 

Herzinfarkte, ein Schlaganfall, Bewusstlosigkeit und Platzwunden, ein Brandalarm, eine Vergiftung und mehrere Stürze - allein an Heiligabend sind die drei Helferteams des BRK-Kreisverbandes Kulmbach insgesamt 17 Einsätze gefahren. Rekordhalter ist Thurnau. Sieben Mal rief die Rettungsleitstelle vom 24. auf den 25. Dezember über Funk die Helfer vor Ort. In Neuenmarkt-Wirsberg und Kulmbach gab es je fünf Mal Alarm. Die ausgebildeten Sanitäter stehen für jeden Notfall bereit. Meist rund um die Uhr. Ihr Lohn ist der Dank der Patienten. Denn die Arbeit ist ehrenamtlich. Das hindert die Helfer nicht daran, auch an Feiertagen ihre Freizeit zu opfern.

Ob an Silvester und Neujahr erneut so viele Einsätze zu erwarten sind wie zu Weihnachten, wissen die Aktiven des Bayerischen Roten Kreuzes noch nicht. "Manchmal ist an solchen Tagen gar nichts los. Vor zwei Jahren war es die Hölle", sagt Kreisbereitschaftsleiter Maximilian Türk gegenüber der Frankenpost.

Die Rettungsleitstelle alarmiert die Helfer vor Ort gemeinsam mit Rettungswagen und Notarzt. Der große Vorteil der freiwilligen Sanitäter ist ihre Nähe zum Unfallort. Weil die Helfer das Fahrzeug mit nach Hause nehmen und ihr Einsatzgebiet gut kennen, sind sie in Rekordzeit da.

"Rettungswagen und Notarzt sind zwar rund um die Uhr in Bereitschaft und decken den gesamten Landkreis ab", erklärt Türk. Allerdings sei das Rettungsdienstaufkommen in den vergangenen Jahren gestiegen. Wenn der Sanka bereits im Einsatz ist und ein weiterer Notruf eingeht, bleiben zunächst nur die Helfer vor Ort. "Wenn der Patient einen Herzstillstand hat, entscheiden wenige Minuten über Leben und Tod", sagt der Kreisbereitschaftsleiter.

24 Stunden Sicherheit

Deshalb haben nach den Neuenmarktern und Thurnauern nun auch die Helfer vor Ort in Kulmbach nach einem Probebetrieb am 1. Dezember ihre Arbeit begonnen. "Seitdem sind wir 81 Einsätze gefahren", sagt Bereitschaftsleiter Kai Ramming. Elf Ehrenamtliche wechseln sich ab und sichern die schnelle Notfallversorgung 24 Stunden am Tag.

Seit 2001 gibt es die Helfer vor Ort bereits in Thurnau. Die sieben Freiwilligen decken den südwestlichen Landkreis ab. "Der Zeitvorteil gegenüber den in Kulmbach und Hollfeld stationierten Rettungswagen ist enorm", sagt Armin Schicker. Der Sanka aus Kulmbach brauche 15 Minuten. Der Leiter der Thurnauer Helfer erinnert sich, dass zu Beginn vor zehn Jahren die Helfer noch mit dem privaten Auto zur Unfallstelle eilen mussten. Mittlerweile haben die Thurnauer, Kulmbacher und Neuenmarkter ein Einsatzfahrzeug mit Blaulicht und Sirene.

Wertvolle Ortskenntnisse

Wenn sie kurz nach dem Notruf eintreffen, können die Helfer mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen beginnen, erklärt Schicker. Ihre Ortskenntnis macht sie zudem wertvoll für die Rettungsleitstelle, die in Funkkontakt steht und dann die weiteren Einsatzkräfte über die genaue Lage informieren kann. Nach über 900 Einsätzen seit 2001 sind die Helfer in Thurnau bekannt.

Ein Jahr früher starteten die Rotkreuzler in Neuenmarkt und Wirsberg. Die zehn Helfer haben ein Einsatzgebiet von Kupferberg, Marktschorgast, Untersteinach, Ludwigschorgast über Neuenmarkt, Wirsberg, Trebgast und Himmelkron bis nach Bad Berneck. "Der Raum, den wir abdecken, ist größer geworden", sagt Christian Raithel, stellvertretender BRK-Bereitschaftsleiter in Neuenmarkt-Wirsberg. "Denn die neue Rettungsleitstelle alarmiert immer das nächstgelegene Rettungsmittel. Die Leute wundern sich oft, dass wir kurz nach dem Notruf schon da sind."

Seit wenigen Wochen haben die Helfer weitere Unterstützung. Denn das Sanitäter-Team in Gösmes-Walberngrün fahre nun auch Einsätze im Landkreis Kulmbach, berichtet Kreisbereitschaftsleiter Türk.

Für ihre ehrenamtlichen Einsätze opfern die Helfer vor Ort die Freizeit. Ihre berufliche Tätigkeit hat zumeist nichts mit dem Rettungsdienst zu tun. Armin Schicker aus Thurnau arbeitet beispielsweise als Informatikbetriebswirt. Alle Helfer sind aber ausgebildete Sanitäter, Rettungssanitäter oder Rettungsassistenten und nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil. "Viele engagieren sich gleichzeitig im Katastrophenschutz", sagt Türk.

Einen Lohn bekommen die Helfer allerdings nicht. Die Einsätze seien nicht abrechnungsfähig. "Weder Patient noch die Krankenkassen müssen dafür etwas zahlen", sagt Schicker. "Deshalb sind die Helfer vor Ort auf Spenden angewiesen." Allein ein Fahrzeug koste mitsamt Einsatzrucksack und Defibrillatoren über 25 000 Euro.

Helfer vor Ort

Für die Helfer vor Ort des Bayerischen Roten Kreuzes in Kulmbach, Thurnau und Neuenmarkt-Wirsberg engagieren sich insgesamt 28 Ehrenamtliche.

Die Helfer werden bei einem Notfall gemeinsam mit dem Rettungsdienst alarmiert und sind meist als Erste zur Stelle.

Wer die Helfer vor Ort unterstützen möchte, kann eine Spende leisten bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach, BLZ 771 500 00, Spendenkonto 168 997, Stichwort: Helfer vor Ort Kulmbach (oder Thurnau oder Neuenmarkt-Wirsberg).

Quelle Text und Bild: Frankenpost, Stefan Linz, 31.12.2011


veröffentlicht am: 03.01.2012 15:04

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