Über uns
Die Wasserrettung in Kulmbach hatte ihre Anfänge im 1922 gegründeten Schwimmverein Kulmbach, der seine Bemühungen um die Ausbildung von Rettungsschwimmern nach einem tödlichen Badeunfall bei Kauerndorf im Juni 1930 erheblich verstärkte. Nach dem Bau des ersten Kulmbacher Freibads 1933 waren dessen Rettungsschwimmer umso mehr gefragt, um dort für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen.
Als nach dem zweiten Weltkrieg die Vereine durch die amerikanische Militärregierung aufgelöst wurden, traf dieses Schicksal auch den Schwimmverein Kulmbach. Bereits im Herbst 1945 erhielt das Bayerische Rote Kreuz von den Besatzungsbehörden die Aufgabe, wieder einen Wasserrettungsdienst aufzubauen, sodass sich auch die Kulmbacher Rettungsschwimmer unter neuer Dachorganisation wieder zusammenfinden konnten.
Aus sehr bescheidenen Anfängen entwickelte sich ab 1946 in Kulmbach unter der Leitung von Paul Hertel eine leistungsfähige und in der Mitgliederzahl sehr schnell anwachsende Wasserwacht. Die kaum zur Verfügung stehende Ausrüstung wurde durch den Einsatz von Muskeln und kräftigen Lungen ergänzt.
Hertel stand bis 1957 an der Spitze der Ortsgruppe, sein Nachfolger wurde Bademeister Helmuth Zahn. Klaus Baudisch war es, der mit seinen Kulmbacher Wasserwachtkameraden Mitte der 1960er Jahre die Wasseraufsicht im neu gebauten Freibad Himmelkron aufbaute, bis sich dort eine eigene Ortsgruppe gründete.
Lange Zeit war die Ausstattung der Kulmbacher Wasserwacht auf grundlegende Rettungsmittel, Rettungsbretter und ein Schlauchboot, was im alten Freibad stationiert war, begrenzt – Bildaufnahmen aus den 1960er Jahren bestätigen, dass selbst Vermisstensuchen am Main lediglich in Badehose und Bademantel durchgeführt wurden.
Ende der 1980er Jahre änderte sich diese Situation jedoch schlagartig. Die Kiesweiher an den Mainauen wurden zu einem großzügigen Naherholungsgebiet mit Badesee umgestaltet und die Kulmbacher Wasserwacht konnte ihre Räumlichkeiten in der neu erbauten Wasserrettungsstation Mainaue beziehen. Es stand nun neben einem Sanitäts- und Geräteraum auch ein Bootshaus zur Verfügung. Das Naherholungsgebiet erfuhr großen Zuspruch in der Bevölkerung und es wurde klar, dass das alte, noch aus Militärbeständen stammende Schlauchboot, nicht mehr den neuen Anforderungen genügte – insbesondere war es für Motorbetrieb ungeeignet.
Somit wurde 1990 für den Badesee Mainaue ein Motorrettungsboot mit einem 40 PS Außenbordmotor angeschafft. Im selben Jahr wurde unter der Leitung von Heinz Popp die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) ins Leben gerufen, welche mit einem VW T3 als Einsatzfahrzeug und einem Geräteanhänger nun auch abseits der Wasserrettungsstation bei Unfällen am und im Wasser effektiv Hilfe leisten konnte.
In den 1990er Jahren befand sich die Ortsgruppe Kulmbach durch umfangreiche Ausbildungsmaßnahmen und Mitgliederwerbung auf dem Höhepunkt ihrer langjährigen Geschichte und war lange Zeit die mitgliederstärkste Gliederung im BRK Kreisverband Kulmbach.
Bedingt durch Umstrukturierungen in der Wasserwacht Abteilung sowie mehrmals wechselnde Vorstandschaften war in den 2000er Jahren ein starker Rückgang der Mitgliedschaften zu verzeichnen. Als 2013 die Ortsgruppe nur noch über 10 Aktive verfügte und den ihr anvertrauten Aufgaben kaum mehr nachkommen konnte, trat die damalige Vorstandschaft freiwillig zurück. Unter der Leitung von Gerhard Spindler, welcher die Kulmbacher Wasserwacht in den 1980er Jahren schon einmal groß gemacht hatte, begann ein langwieriger Sanierungskurs.
Mittlerweile zählt die Ortsgruppe wieder 290 Mitglieder, darunter rund 70 Kinder und Jugendliche sowie 20 Aktive und hat eine neue, junge Vorstandschaft. Viele der alten Tätigkeiten sind geblieben: Der Wachdienst im Kulmbacher Hallen –und Freibad sowie der Betrieb der Wasserrettungsstation Mainaue. Allerdings sind auch neue Tätigkeitsfelder hinzugekommen: So engagieren wir uns heute sehr intensiv in der Jugendarbeit sowie in der Schwimmausbildung und helfen – dank des gestiegenen Ausbildungsniveaus – gerne auch bei auswärtigen Wach- und Sanitätsdiensten mit.
Nach all dem Auf und Ab in der Kulmbacher Wasserwacht sollten wir eines nicht vergessen: Ab und zu den Anfängen unter Paul Hertel zu gedenken und uns wie diese Pioniere mit unermüdlichen Einsatz und vor allem einem unverzichtbaren, guten Miteinander den Aufgaben zuwenden, welche wir uns freiwillig und ehrenamtlich gestellt haben.

